Recruiter recherchieren verstärkt im Internet über Bewerber

26.10.2013 19:29

Viele Personalverantwortliche informieren sich vor der Einstellung neuer Mitarbeiter im Internet über ihre Bewerber. Laut der aktuellen Studie „Datenschutz im Personalmanagement“ von Bitkom Consult und der Beratungsgesellschaft Kienbaum recherchieren 39 Prozent der Personaler im Internet mit Hilfe von Suchmaschinen und 23 Prozent suchen gezielt in Sozialen Netzwerken.

Bei ihrer gezielten Internet-Recherche sollten Personaler laut Lars Kripko, Datenschutzberater bei BITKOM Consult, stets arbeits- und datenschutzrechtliche Regelungen im Auge behalten:  „Die Informationen müssen frei verfügbar sein und die Suche nach den Kriterien des arbeitsrechtlichen Fragerechts erfolgen.“ Danach seien zum Beispiel Fragen nach einer Schwangerschaft, einer Schwerbehinderung oder einer Parteizugehörigkeit unzulässig: „Stößt der Personaler bei seinen Recherchen auf entsprechende Informationen, darf er sie nicht verwenden“, betont Kripko.

Personaler nutzen laut Umfrage Internetrecherchen vor allem, um sich ein Bild von einem Kandidaten zu machen oder um die Richtigkeit von Angaben zu überprüfen. Für Nachfragen bleibt jedoch das persönliche Gespräch die wichtigste Methode: 63 Prozent der befragten Personalverantwortlichen nutzen diesen Weg. 40 Prozent erkundign sich bei Mitarbeitern und Vorgesetzten eines Bewerbers. Immerhin ein Viertel holt Informationen bei Behörden (z.B. in Form eines polizeilichen Führungszeugnisses) oder eine Schufa-Auskunft ein. „Aus datenschutzrechtlicher Sicht sollten persönliche Nachfragen Priorität haben“, so Kripko.

Auch rät er Personalverantwortliche die Ergebnisse ihrer Internetrecherchen  nicht über zu bewerten: „Nicht immer taugt das Bild, das Menschen in Sozialen Netzwerken oder Internetforen abgegeben, als Maßstab für die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch“, bringt es Kripko auf den Punkt. Die meisten Menschen könnten sehr wohl zwischen der privaten und beruflichen Sphäre trennen. Das sollten auch Personaler berücksichtigen.

Vollständige Studie (Registrierung erforderlich) zum „Datenschutz im Personalmanagement“ unter www.hr-und-datenschutz.de