Studie zu Fachkräftemangel und Zukunftsthemen im Gesundheitsbereich

30.10.2013 20:29

Laut einer Studie der Roland Berger Strategy Consultants zum Thema "Fachkräftemangel im Gesundheitswesen" spüren bereits 80 Prozent der deutschen Krankenhäuser die Folgen des Fachkräftemangels. Durch den demografischen Wandel werde das Durchschnittsalter in Deutschland deutlich ansteigen. Das stelle besonders hohe Anforderungen an das Personal in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, das sich beispielsweise mit einem immer höheren Anteil an Alzheimererkrankungen konfrontiert sehe. Neben dem Themenkomplex Pflege rückt laut Roland Berger auch der Bereich der Präventionsangebote weiter in den Fokus.

Vor diesem Hintergrund prognostiziert die Studie für den Gesundheitsbereich aber auch ein großes Wachstumspotenzial: Im ersten Gesundheitsmarkt seien bis 2030 jährlich 3 Prozent möglich, für den zweiten Gesundheitsmarkt wird sogar von einem Wachstum von jährlich 6 Prozent ausgegangen.

Fachkräftemangel nimmt weiter Fahrt auf
Aufgrund des demografischen Wandels wird sich die Anzahl der über 80-Jährigen verdoppeln, auch dadurch werde sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen. Gleichzeitig werden laut der Experten von Roland Berger Medizin- und Pflegeberufe immer unattraktiver: Ein hoher bürokratischer Aufwand und viele Überstunden belasten das Image der Branche. Unter anderem prognostiziert die Studie einen Anstieg des Fachkräftemangels bis 2015 auf ca. 15 Prozent. Dies entspreche rund 175.000 Stellen im medizinischen und Pflegebereich, die unbesetzt bleiben könnten. "Kliniken und Krankenhäuser sollten sich auf diesen Trend schnell einstellen - sowohl mit dem passenden Leistungsangebot als auch mit entsprechenden Personalstrukturen, die die Ärzte administrativ entlasten", rät Zun-Gon Kim, Partner von Roland Berger Strategy Consultants.

Gesundheitsthemen mit Potenzial: Pflege, Prävention und Technik
Bei einer Zunahme des Durchschnittsalters würden sich auch die Krankheitsbilder der Patienten und ihre Pflegebedürfnisse ändern. So gehen die Roland Berger-Experten in ihrer Untersuchung davon aus, dass sich die Anzahl der Alzheimererkrankungen zwischen 2000 und 2030 verdoppeln wird. Entsprechend werde der Pflegebedarf in Deutschland bis 2030 um ca. 30 Prozent zunehmen. Auch Präventionsprogramme werden laut der Studie eine immer wichtigere Rolle spielen. "Infolge dieser Veränderungen in der deutschen Bevölkerung sollten Anbieter im Gesundheitswesen ihre Leistungen überdenken, um den Anschluss an den Markt nicht zu verpassen", empfiehlt Kim. "Personalisierte Therapieangebote sowie Präventionsprogramme auch in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern werden an Bedeutung gewinnen."

Auch neue Technologien würden im Gesundheitswesen immer relevanter - für eine bessere Versorgung der Patienten zu Hause sowie in Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen. Entsprechend erwarten die Roland Berger-Experten, dass sich der Markt für Gesundheitswesen in den kommenden Jahren stark weiterentwickeln wird: Der erste Gesundheitsmarkt werde bis 2030 um ca. 3 Prozent jährlich wachsen, der zweite Gesundheitsmarkt bis 2030 sogar um jährlich 6 Prozent.

Offizielle Presseinformation zur Studie:
http://www.rolandberger.de/pressemitteilungen/Medizinische_Berufe_verlieren_an_Attraktivitaet.html