Gesundheitstourismus: Angebote gehen oft an Bedürfnissen vorbei

03.12.2013 19:21

Immer mehr Menschen erkennen, wie wichtig es ist, aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun. So trainieren in Deutschland bereits rund 8 Millionen Menschen in einem Fitness- und Gesundheits-Studio, um Gesundheitsrisiken wie z. B. Übergewicht und Bluthochdruck vorzubeugen oder um frühzeitig etwas gegen Rückenschmerzen zu tun (Eckdaten DSSV 2013). Wenn es jedoch um das Thema präventiven oder kurativen Gesundheitsurlaub geht, scheint noch viel Potenzial ungenutzt zu bleiben. So orientieren sich laut dem „Jahrbuch Healthcare Marketing 2013“ die bisherigen Angebote weitestgehend an einem traditionellen Verständnis von Gesundheitsurlaub, das mittlerweile überholt sei. Grundlage des Artikels im Jahrbuch ist eine aktuelle Umfrage, die sich mit den Erwartungen (potenzieller) Gesundheitstouristen beschäftigt.

Demografische Entwicklung lässt Boom erwarten
Aufgrund der demografischen Entwicklung und als Folge eines höheren Gesundheitsbewusstseins werde dem Gesundheitstourismus in Deutschland ein regelrechter Boom vorhergesagt. Gleichzeitig bliebe laut „Jahrbuch Healthcare Marketing 2013“ die Nachfrage jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Ein wichtiger Punkt sei, inwieweit sich der Kunde im Bereich Gesundheitstourismus als „Patient“  wahrnehmen wolle und welche Erwartungen sich hieraus ergeben. Denn ist aus gesundheitlichen Gründen eine Behandlung fern der Heimat nötig, werde dies nicht als Urlaub erlebt, sondern

eher als stationäre Therapie. Dementsprechend wären die Befragten weniger bereit, selbst für einen solchen Aufenthalt finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen und/oder Urlaubstage zu opfern.

Hinzu komme, dass für viele Menschen Urlaub so etwas sei wie ein Gegenstück zum Alltag. Sie seien dann auf der Suche nach dem, was im Alltag zu kurz komme – und sie manchmal sogar krankmache.

Unterscheidung in sechs Typen von Gesundheitsurlaubern
Vor diesem Hintergrund schlagen die Autoren eine Unterteilung der Gesundheitstouristen in sechs Untergruppen vor. Die konkreten Anforderungsprofile der Gesundheitsurlauber hängen dabei davon ab, wie sie ihren eigenen Alltag erleben und wie sie mit dem heutzutage weitverbreiteten „Zwang“ zur Jugendlichkeit umgehen.

 Auszug „Jahrbuch Healthcare Marketing 2013“