Marketing und Preisgestaltung: Unternehmen vergeben Gewinn-Chancen

14.07.2015 19:30

Bei der Einteilung der verschiedenen marketingpolitischen Instrumente hat sich überwiegend ein Vier-Instrumente-Ansatz durchgesetzt, das sogenannte „4PModell“. Neben Produktpolitik (Product), Distributionspolitik (Place) und Kommunikationspolitik (Promotion) spielt dabei die Kontrahierungspolitik, also das Pricing, eine wichtige Rolle. Eine aktuelle Studie zeigt nun auf, welche Rolle das Thema Pricing in der Unternehmenspraxis bereits spielt und welche Potenziale noch verschenkt werden.

Stärken und Schwächen deutscher Unternehmen im Überblick
Unternehmen setzen auf eine kluge Preisgestaltung, um ihre Gewinne zu steigern und um zu wachsen. 26 Prozent der deutschen Unternehmen nennen laut Studie eine effektive Strukturierung ihres Preismanagements als die wichtigste Strategie, um diese Ziele zu erreichen. Defizite zeigen die deutschen Unternehmen noch bei Pricing-Methoden und organisatorischen Strukturen auf.

Eine Stärke deutscher Unternehmen bei der Preisgestaltung liegt in ihrer Markt- und Kundenkenntnis. Zwei Drittel erheben laut Studie regelmäßig Informationen zu einzelnen Kundensegmenten und deren Profitabilität. Bei der Analysefrequenz bestehe aber durchaus noch Raum für Verbesserungen: Nur 27 Prozent der deutschen Teilnehmer der Studie sammeln und analysieren Daten zu Kunden und Kundenverhalten auf wöchentlicher Basis oder öfter. Lediglich 16 Prozent überprüfen ihre Rabatte und Bonus-Strukturen mindestens wöchentlich und passen sie beispielsweise auf veränderte Marktbedingungen an. 57 Prozent der deutschen Unternehmen geben an, die Zahlungsbereitschaft ihrer Kunden zu verstehen.

Mitbewerberdruck beeinflusst Pricing mehr als Kundennutzen
Die Studie zeigt auch, dass 80 Prozent der deutschen Unternehmen eine Strategie verfolgen, bei der sie sich an den Wettbewerbspreisen ausrichten. Laut Studie lassen sich deutsche Unternehmen bei ihrer Preispolitik insbesondere von den Kosten beeinflussen: 73 Prozent geben an, dass sie Preisveränderungen vorrangig dann vornehmen, wenn sich etwas an den eigenen Kosten ändert. International wenden hingegen bereits fast 60 Prozent der Unternehmen kundennutzenorientierte Methoden zur Preisbildung an.

Informationen zur Studie